VERKEHR UND MOBILITÄT
Mobilität und Verkehr sind Kennzeichen einer modernen Gesellschaft und wirtschaftlicher Prosperität. Eine zentrale Voraussetzung hierfür schaffen land- und wassergebundende Dienstleistungen (z. B. Logistik).
Verkehr
Seit der Industrialisierung ist die Entwicklung des Verkehrs eng mit neuen Technologien verknüpft und wird auch weiterhin von ihnen abhängig sein, wobei im modernen Hochgeschwindigkeitsverkehr und insbesondere in der Automobilwirtschaft entscheidend sein wird, welche Antriebstechnik die fossilen Rohstoffe ersetzen wird.
Zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen tragen Innovationen im Leichtbau der Fahrzeuge bei. Ebenso ressourcenschonend wirken die Weiterentwicklungen im Bereich der Antriebssysteme durch deutsche Ingenieure. Insbesondere die Kompetenznetze tragen zur Bündelung des innovativen Know-hows bei, entwickeln neue Technologien und tragen zur Profilierung der deutschen Akteure in diesen Forschungsfeldern bei.
Mobilität
Mobilität ist ein maßgeblicher Faktor für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Regional und inter-national vernetzte Lösungen für Verkehrsleistungen werden in den kommenden Jahren zu einem Schlüssel der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, denn zukünftig wird Mobilität nicht mehr durch einen einzelnen Verkehrsträger oder eine bestimmte Technologie effizient erbracht werden können, sondern eines der Fokusthemen wird die Effektivitätssteigerung des Gesamtsystems durch eine Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger sein. Verkehrssystemtechnik in Deutschland ist geprägt durch die Kombination aller Teilbranchen und Technologiefelder, das breite Forschungsumfeld sowie die enge Verzahnung mit Anwendern und Betreibern. Große Potentiale bietet die multidisziplinäre Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, um Mobilitätökonomisch und ökologisch zu sichern.
Elektroantrieb: Paradigmenwechsel für den Mobilitätssektor
Nach über 100 Jahren Entwicklungsgeschichte des Verbrennungsmotors im Straßenverkehr zeichnet sich mit der Elektromobilität eine technologische Zeitenwende im Mobilitätssektor ab. Die Elektrifizierung der Antriebe mit Batterie- und Brennstoffzelle ist dabei eine zentrale Stellschraube für eine zukunftsfähige Mobilität. Sie bietet die Chance, die Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren, Emissionen zu minimieren und die Fahrzeuge besser in ein multimodales Verkehrssystem zu integrieren.
Auch wenn auf absehbare Zeit der Verbrennungsmotor seine Bedeutung für den Verkehr noch behalten wird, und hier weitere Effizienzsteigerungen sowie die Nutzung biogener Kraftstoffe weiterhin auf der Agenda bleiben, müssen schon heute die Weichen für den schrittweisen Übergang zu neuen Technologien gestellt werden. Für den Verkehrs- aber auch für den Energiesektor bedeutet der Übergang zur Elektromobilität einen einschneidenden Paradigmenwechsel.
Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität

Gleichzeitig gibt es die Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs: Um hier zu bestehen, muss Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität werden und seine Führungsrolle in der Forschung und Entwicklung sowie in der Automobil- und Zulieferindustrie behaupten.
Deshalb hat die Bundesregierung am 19. August 2009 den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität verabschiedet. Ziel des Nationalen Entwicklungsplans ist es, die Forschung und Entwicklung, die Marktvorbereitung sowie die Markteinführung von Elektrofahrzeugen mit Batterien voranzubringen.
Der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität ist eine starke und breite Basis. Zum weiteren Ausbau ist ein verstärktes Engagement von Wirtschaft und Staat notwendig. Die Technologien für elektrische Antriebe, Energiespeicher und Netzinfrastruktur sind in ihren Grundlagen entwickelt. Allerdings besteht an vielen Stellen noch Forschungs-, Optimierungs- und Vernetzungsbedarf. Vor allem in der Schlüsseltechnologie der Batteriespeicher sind noch umfangreiche Anstrengungen notwendig.
Schritte hin zu einer breiten Markteinführung
Der Einstieg in die Elektromobilität ist kurzfristig über Modellvorhaben und Feldversuche möglich. Erste Plug-In-Hybridfahrzeuge und reine Elektrofahrzeuge können in wenigen Jahren Marktreife erreichen. Dabei muss der Aufbau der Batterie-Ladeinfrastruktur schrittweise und zunächst regional konzentriert erfolgen. Für eine breite Markteinführung müssen vor allem die Kostenstrukturen sowie die Alltagstauglichkeit der Fahrzeuge weiter verbessert werden. Nach Expertenschätzungen wird es insgesamt wegen der noch vorhandenen wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen etwa ein Jahrzehnt dauern, bis Elektrofahrzeuge einen signifikanten Marktanteil erreichen.
Förderschwerpunkt Elektromobilität im Konjunkturpaket II
Die im Konjunkturpaket II der Bundesregierung angestoßenen Maßnahmen und Projekte wirken dabei als Katalysator. So werden zum Beispiel im BMVBS-Förderschwerpunkt "Elektromobilität in Modellregionen" 8 Modellvorhaben mit insgesamt 130 Millionen Euro gefördert. Akteure aus Wissenschaft, Industrie und den beteiligten Kommunen arbeiten bei diesen Modellprojekten eng zusammen, um den Aufbau einer Infrastruktur und die Verankerung der Elektromobilität im öffentlichen Raum voranzubringen. Für dieses und für alle anderen Projekte im Konjunkturpaket gilt jedoch, dass sie zeitlich verstetigt und kontinuierlich dem technologischen Fortschritt angepasst werden müssen.
Umsetzung durch die Nationale Plattform Elektromobilität
Mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität setzt die Bundesregierung ihre Strategie "Weg vom Öl" weiter um. Zusätzlich leistet die Elektromobilität in Verbindung mit erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Darüber hinaus kann die Elektromobilität einer neuen Mobilitätskultur und einer modernen Stadt- und Raumplanung zum Durchbruch verhelfen.
Damit der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität optimal umgesetzt werden kann, müssen sich alle beteiligten Akteure eng abstimmen. Für die Koordination der Umsetzung wird eine Nationale Plattform Elektromobilität eingerichtet, die sich aus Vertretern der Politik, der Industrie und Wissenschaft, der Kommunen sowie der Verbraucher zusammensetzt.
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