PetershausenPetershausen

Sehenswertes und Geschichte

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Die Glonn bei Petershausen (klicken für großes Format)Petershausen liegt im Glonntal (Bild links), einem der ältesten Siedlungsgebiete im tertiären Hügelland Bayerns, etwa 35 km nördlich von München am nördlichen Ende des Landkreises Dachau. Der ursprüngliche Ortsname war "Petriheshuson", auf Neuhochdeutsch "bei den Bertrich-Häusern". Bertrich war Sippenältester und Ortsgründer. Er stammte von den frühen Bajuwaren ab und gelangte während der großen Völkerwanderung zwischen 480 und 550 n. Chr. aus Böhmen in seine neue Heimat. Der Ort selbst dürfte um das Jahr 700 entstanden sein. Urkundlich erwähnt wird Petershausen erstmals im Jahr 1116 (Glonnbercha 815, Marbach 891, Kollbach 1006). Um 1500 zählte der Ort 42 Anwesen.

St. LaurentiusPfarrkirche St. Laurentius (Bild rechts): Errichtet um 1315, Hochaltar 1680, Rokoko-Gestalt seit 1750. - Frauenkirche in Kollbach: Entstanden um 1288, zunächst gotisch-romanisch, um 1705 barockisiert. - Ulrichskirche in Mühldorf zwischen Petershausen und Hohenkammer: Gotische Kirche, die um 1480 entstand. 1657 kam ein stattlicher Hochaltar des Münchner Bildhauers Konstantin Paderim hinzu.

Herz-Jesu-KapelleHerz-Jesu-Kapelle (Bild links): Um 1724 an der Glonnbrücke als Wallfahrtskapelle errichtet. - Notburga-Kapelle in Weißling: 1748 zunächst als Holzbau entstanden, Steinbau seit 1768. An den Wänden hängt noch ein Teil der hundert Votivbilder, die wegen Viehkrankheiten entstanden.

Tausendjährige Linde in Obermarbach: Nördlich der Kirche steht eine uralte Linde mit mittlerweile 8 m Stamm-Umfang, die schon zahlreiche Blitzeinschläge überlebte. - Aussichtspunkt an der Straße zwischen Kollbach und Asbach: Durchseh-Löcher in der runden Steinsäule sind mit den von dort sichtbaren Orten beschriftet. Die Säule wurde der Gemeinde für deren Leistungen bei der ländlichen Entwicklung als Staatspreis 1993/1994 verliehen. Guter Überblick über Petershausen und Umgebung.

PertrichhofPertrichhof (Bild rechts), im Ortskern von Petershausen: Um 1500 entstand der Pertrichhof als Taverne. Um 1700 wurde er zu einem ansehnlichen Barockbau mit seinen unverkennbaren geschweiften Giebeln. Vor wenigen Jahren wurde er renoviert und ist der zentrale Blickfang am Pertrichplatz. Auf dem Vorplatz findet in der Sommersaison freitags ein Wochenmarkt statt.

Luftbild vom Mai 2002 (klicken für großes Format)Durch Eingliederung umliegender Orte wie Obermarbach (1972) sowie Asbach und Kollbach (1978) zählt Petershausen heute etwa 6000 Einwohner und rund 40 Vereine. Viele Petershausener sind in München berufstätig, aber auch am Ort selbst haben sich viele Gewerbebetriebe angesiedelt. 1866 hielt hier erstmals die Eisenbahn; heute ist Petershausen das nördliche Ende der S-Bahn-Linie 2, wird aber auch von Regionalzügen etwa im Stundentakt angefahren und liegt an der ICE-Strecke München-Nürnberg (das Luftbild vom Mai 2002 zeigt die Strecke als Baustelle). Der Ort liegt nur wenige Minuten von der Autobahn-Abfahrt Allershausen sowie von der Bundesstraße B13 entfernt.

Wappen von PetershausenIm Wappen symbolisiert der Fisch die Fischerei, der Pflug die Landwirtschaft. Seit etwa 1950 ging deren Bedeutung aber stetig zurück, heute gibt es hier nur noch vier Vollbauern. Eine zentrale Wasserversorgung existiert erst seit 1960, und 1999 wurde mit dem Bau einer Erdgasversorgung begonnen. 1968 knüpfte Petershausen freundschaftliche Bande mit der französischen Partnerstadt Varennes en Argonne bei Verdun.


© Fotos auf dieser Seite: Herwig Feichtinger (5), Günther Waldherr (1).

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